15. Dezember 2016 | News

Alles richtig gemacht und trotzdem nicht belohnt

„Wir sind letztlich sehr enttäuscht, obwohl wir eigentlich eine sehr gute Performance hatten“, Wolfgang Drabiniok, Teammanager von RN Vision STS, beschrieb, wie das Team aus Spa Francorchamps nach Hause abreiste. Beim vorletzten Wochenende des Porsche Sports Cup wollte Veit Valentin Vincentz eigentlich seinen zweiten Platz in der Meisterschaft festigen, doch es kam ganz anders.

Schon bei den Testfahrten zu Beginn des Wochenendes lief der Porsche Cayman GT4 Clubsport hervorragend. Christian Menzel, der den verhinderten Mike den Tandt ersetzte, konnte seine Erfahrung gut an das Team weitergeben und vor allem in Sachen Abstimmung eine weitere Optimierung einbringen. Entsprechend gut lief auch das Qualifying. Lange Zeit lag RN Vision STS in Führung bis sich kurz vor Schluss zwischenzeitlich noch ein Konkurrent vorbeischob. Doch mit einem neuen Satz Reifen und vor allem dank des großen Ehrgeizes und des fahrerischen Könnens von Christian Menzel konnte sich das Team die Pole zurückholen.

Auch der erste Teil des ersten Rennens verlief wieder wie am Schnürchen. Menzel bekam zwar durchaus Druck von hinten, doch er kam als Führender zum Boxenstopp, um das Auto an Vincentz zu übergeben. Die Mannschaft arbeitete wie gewohnt perfekt und schickte seinen zweiten Piloten optimal in der Zeit auf die Strecke – dachten alle. Während auf der Stoppuhr im Auto mit 1:31 Minuten die Mindestzeit eingehakten worden war, hatte die Zeitnahme eine Unterschreitung von vier Sekunden ausgemacht. Die fällige Strafe musste Vincentz antreten, auch wenn er sich sicher war, nichts falsch gemacht zu haben. Danach kämpfte er sich wieder bis auf Platz fünf vor, eh in der letzten Runde das Auto plötzlich ohne Strom ausrollte.

In der Zeit zwischen den beiden Rennen verblieb der Mannschaft nur wenige Minuten zur Reparatur. Als das Auto nach einer gefühlten Ewigkeit endlich in der Box ankam, wurden auf Verdacht die Batterie und eine Sicherung getauscht. „Zum Glück ist das Auto angesprungen, aber ob der Fehler wirklich behoben war wussten wir in der Kürze der Zeit natürlich nicht“, sagte Vincentz.

Aufgrund des Ergebnisses aus dem ersten Lauf musste RN Vision STS dem Feld nachjagen, doch Christian Menzel zeigte, was er draufhatte und holte sich Position um Position. Nach der Strafe im ersten Lauf wollte die Mannschaft im zweiten Rennen den Boxenstopp noch besser machen. „Zu meinem Entsetzen bekamen wir aber dann wieder eine Strafe wegen eines zu kurzen Stopps“, sagte Drabiniok konsterniert.

„Wir haben zunächst gedacht, Christian hätte die Stoppuhr einfach zu früh gedrückt, doch jetzt wissen wir, dass bei uns im Team kein Fehler passiert ist“, sagte der Teammanager später. Anhand der Analyse mit Hilfe des Race Navigators konnte eindeutig festgestellt werden, dass die von der Zeitnahme festgelegte Linie nicht genutzt wurde, sondern die Pflichtzeit erst gut 100 Meter später begann. „Leider können wir diesen Beweis nachträglich nicht mehr anführen und müssen mit dem Ergebnis leben“, meinte Drabiniok.

Was letztlich blieb war Platz fünf im zweiten Rennen und die Gewissheit, dass zum Jahresende noch Rang drei aus eigener Kraft erreicht werden kann. „Das Team und die beiden Fahrer haben in Spa einen tollen Job abgeliefert. Jetzt gilt es beim Finale in Hockenheim diese Leistung auch mit dem Podium zu belohnen“, gibt der Teammanager die Parole aus. So will RN Vision STS die Enttäuschung aus Spa als Motivation für Hockenheim ummünzen.

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